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Anna Huber / Fritz Hauser

beizeiten / umwege

Im Mai 2002 fand in der Therme Vals die erste Arbeitsbegegnung zwischen der Tänzerin Anna Huber und dem Schlagzeuger und Komponisten Fritz Hauser statt. Aus diesem Dialog und im Wechselspiel mit dem Raum , wo sich Innen und Aussen, Geräusche und Stille ständig durchfliessen, sind 7 Bewegungs- und Klangskizzen entstanden, die an 7 Tagen jeweils frühmorgens zur Aufführung kamen.

beizeiten - Therme Vals - Foto © Ute Schendel

Anna Huber, seit 1989 in Berlin lebend, hat sich mit ihren raumorientierten Arbeiten zwischen darstellender und bildender Kunst international einen Namen gemacht. Für ihr konsequentes Schaffen wurde sie mit dem Reinhart-Ring 2002 ausgezeichnet. Fritz Hauser, als Schlagzeugsolist und mit verschiedenen Projekten weltweit unterwegs, ist auch der Komponist des Klangsteins in der Therme Vals.

Tanz und Klang im Dialog mit der Architektur der Therme Vals - umgeben von der Zeitlosigkeit der Berge. Die flüchtigsten Künste treffen auf die dauerhafteste Kunstform. Die innere Körperarchitektur wird in Beziehung gesetzt zu Struktur und Material des gebauten Raumes. Klänge loten aus, schaffen Perspektiven in imaginäre Räume, werden zurückgeworfen, verlieren sich.

Zarte Gestalt

(...) Von schwachem Tageslicht beleuchtet, das von einer Bergwiese grünlich durch ein Fenster dringt, rappelt sich das unförmige Ding auf und nimmt immer mehr Gestalt an. Eine zarte Gestalt. Halb Schattenriss, halb Giacometti-Figur, mal wie ein von Kinderhand gezeichneter Kopffüssler, mal wie eine Abfolge chinesischer Schriftzeichen, so tastet sich die seltsame Erscheinung in Richtung Publikum. Durch die Annäherung wird sie zusehends plastischer, greifbarer und menschlicher, bis schliesslich Anna Huber vor uns steht.

<beizeiten> nennt die Tänzerin ihre subtilen, höchst ästhetischen Bewegungsskizzen, die sie im Dialog mit dem Schlagzeugsolisten Fritz Hauser entworfen hat und frühmorgens wie einen gelungenen Traum präsentiert. Der von leisem Zirpen, Raumen und Dröhnen begleitete Tanz bildet einen reizvollen Kontrast zur streng geometrischen Badarchitektur von Peter Zumthor: Hier die leichten, vergänglichen Bewegungslinien des Kreatürlichen, da die imposante Konstruktion des berühmten Bauwerks. (...)

Tagesanzeiger, August 2002, Agathe Blaser


umwege

Konzept: Anna Huber, Fritz Hauser; Choreografie, Tanz: Anna Huber; Musik: Fritz Hauser; Licht :Thilo Reuther; Kostüm: Inge Zysk
Erstaufführungen: Therme Vals, U-Bahnhof Potsdamer Platz, Berlin.

Bisherige Stationen u.a.: Festival Exit, Maison des Arts, Créteil/Paris; Festival Via, Maubeuge; Echokammer des KKL von Jean Nouvel, Luzern; Therme Vals von Peter Zumthor, Rohbau des U-Bahnhofs am Potsdamer Platz, Berlin; Akademie der Künste, Berlin; Feuerwehrhaus von Zaha M. Hadid, Weil a. Rhein, Kunstmuseum, Stuttgart.

Für das architekturspezifische Projekt « umwege » entwickeln die Tänzerchoreografin Anna Huber und der Schlagzeuger und Komponist Fritz Hauser in Dialog und Auseinandersetzung mit aussergewöhnlichen Räumen ortsspezifische Bewegungs- und Klangskizzen.

Die innere Körperarchitektur wird in Beziehung gesetzt zu Struktur und Material des gebauten Raumes. Klänge loten aus, schaffen Perspektiven in imaginäre Räume, werden zurück geworfen, verlieren sich. Die flüchtigsten Künste treffen auf die dauerhafteste Kunstform.

Das Projekt wird an unterschiedlichen Orten weiterentwickelt, und für jeden Raum wird ein neuer «umweg» skizziert. In der Erinnerung entsteht eine Art Skizzenbuch, in dem die Relation von menschlicher Präsenz und Bewegung, die Körperlosigkeit von Klang und Licht in auf Dauer und Zweck gebauten Räumen untersucht wird. Gewohntes und scheinbar Selbstverständliches, wie das Verhältnis zu unserem Umraum wird hinterfragt.

Die Recherche schöpft aus Kontrasten wie Bewegung - Statik, Klang - Stille, organische - geometrische Form, gewachsene - gebaute Strukturen, innen - aussen, labil - stabil, fliessend - fest, filigran - kompakt.

„Anna Huber wird hier zur im Raum bewegten Skulptur. Wenn sie sich kopfüber an der Wand hochstemmt und ihren Körper in skurril verdrehte Positionen manövriert, scheint die Schwerkraft ausser Kraft gesetzt. Vielleicht kann Anna Huber zaubern? Jedenfalls hat diese Tänzerin eine Präsenz, die einen die Zeit vergessen lässt und einen in konzentrierte Versunkenheit versetzt.
Anna Huber erfasst räumliche Sphären, scheint sie aufzusaugen und in Bewegungen zu transformieren. Staunend lässt man sich von solch poetischen Momenten in Bann ziehen. Ihr Tanz macht glatte, graue Betonoberflächen als Spiegel sichtbar und die Glasfassaden als Membrane des Gebäudes zur Aussenwelt erfahrbar. Verblüffend sind die Präzision und Sicherheit, mit der sich die Tänzerin im Gebäude bewegt, perfekt die Abstimmung von Tanz und Musik.

Anna Hubers Tanz und Fritz Hausers Musik nehmen die Qualitäten des Raums auf und setzen sie auf abstrakte Weise in eine Art flüchtige Installation um. Damit ermöglichen sie ganz neue Sichtweisen auf spezifische Räume und auf Räumlichkeiten überhaupt: Tanz und die Musik erfüllen den Raum, versetzen ihn in Schwingung. Wenn man das einmal gesehen und gehört hat, mag man sich ein solches Gebäude ohne Anna Hubers Tanz und ohne Fritz Hausers Klänge gar nicht mehr vorstellen.“
Jana Ulmann, Basellandschaftliche Zeitung, 12.12.2003

 

 

KKL Luzern, Echokammer - Foto © Ute Schendel

 

KKL Luzern, Echokammer - Foto © Ute Schendel

Créteil, Paris - Foto © Ute Schendel

 

 

 

mailto:info@fritzhauser.ch
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