MEDIENSPIEGEL ZU CHORTROMMEL

Stolz wie Maikäfer waren wir Contrapunkte, dass wir als Laienchor in einem derart hochrangigen Konzertort wie dem KKL auftreten durften. Zwar nur im kleinen Luzerner Saal, aber das tat der Freude keinen Aufbruch. Und «in der Zeitung» kamen wir auch noch. Über unser – ausverkauftes – Konzert, das am Lucerne Festival den Auftakt der Neuen Musik bildete, berichteten die «Basler Zeitung», die «Luzerner Zeitung» und SRF 2. Auch Peter Hagmann sass im Publikum und schrieb in seinem Blog über uns. Hagmann ist laut Fritz Hauser der «einzige übrig gebliebene kompetente Musikkritiker in der deutschen Schweiz». Besonderen Anklang fand bei allen das Anfangsbild mit dem Chorknäuel (siehe Rückseite). Für uns eine schöne Genugtuung, hatten wir doch genau diese Formation stundenlang mit unseren Messern, Gabeln, Servietten und Löffeln geübt und nicht wenig dabei geflucht.

Moritz Weber in «Kultur kompakt» auf SRF 2    | 20. August 2018

Inszeniertes Konzert von Fritz Hauser beim Lucerne Festival

Musikredaktor Moritz Weber: «Da gibt es Passagen, da sind nur zwei Stimmen zu hören, dann auch mal nur geräuschhafte Partien von Schlaginstrumenten, ganz atonale Stücke auch und dann wieder harmonisch gesetzte. […] Es fügt sich zu einem Ganzen. Die Übergänge zwischen den Stücken sind sehr schön gestaltet – musikalisch und auch szenisch. Sängerinnen und Sänger der Basler Madrigalisten und des Laienchors Contrapunkt treten von allen Seiten auf und auch wieder ab und folgen einer dezenten Choreographie. Dazu kommt noch die stimmige Lichtregie von Brigitte Dubach. Also alles ist in einem Fluss. Eines ergibt sich wie aus dem andern. Und diese unterschiedlichsten Musiken ziehen so ganz sanft an einem vorbei.»

Urs Mattenberger in der «Luzerner Zeitung»    | 19. August 2018

Schluss mit dem Alltag: Lucerne Festival startete am ersten Wochenende durch

«Vielversprechend waren das Licht und die szenische Einrichtung im Luzerner Saal, in denen Werke von sieben Schweizer Komponisten mit starken theatralen Aktionen umgesetzt wurden. Das begann mit einem Menschenknäuel und gipfelte am Schluss in einer gespenstischen Raummusik, wenn zu den Basler Madrigalisten auf der Bühne der contapunctus chor unter den Zuschauerrängen wie aus einer Katakombe hervortönte. Auch wenn solche Möglichkeiten zu wenig genutzt wurden und die 75 Minuten allzu lang und beliebig dahinplätscherten, machte das Lust auf die weiteren Raummusiken, die dieses Festival (auch von Hauser selber) bietet.

Simon Bordier in der «Basler Zeitung»    | 20. August 2018

Auch Zucker bringt es nicht

«Es ist bemerkenswert, wie sicher und natürlich die  Sängerinnen und Sänger [des etwa 60-köpfigen Laienensembles] im Luzerner Saal des KKL performten. Ihr Auftritt in dem Chorsatz «Nunc habemus endiviam» des Basler Komponisten Christian Henking gerät gleich zu einem Höhepunkt: Mit Messer und Gabel werden hier die gesungenen Laute regelrecht zerlegt und in einem hinreissenden Glissando verschmolzen. Auch stark: Wie die Madrigalisten in Lucas Nigglis «Flood» das Schlagzeugtrio in die Zange nehmen und mit traditionellen afrikanischen Gesängen einlullen. Oder wie sich die Madrigalisten in Katharina Rosenbergers «Meeresgesängen» singend auf und ab bewegen und darüber selber seekrank zu werden scheinen.»

Andreas Müller-Crépon in «Kontext» auf SRF 2    | 5. September 2018

Lucerne Festival: «Seid kindischer!»

«[Die Chortrommel, das sind] sieben Uraufführungen von kurzen Stücken, zeitgenössische Schweizer Komponistinnen  und Komponisten, in den Raum gestellt von einem Laienchor, contrapunkt aus Muttenz, und den Basler Madrigalisten, wiedermal ein grossartiges Vokal-Ensemble, die gehören einfach zur Vokal-Elite sozusagen, und dazu das Schlagzeug-Trio Klick, also Fritz Hauser, Lucas Niggli und Pec Zumthor, die sich wirklich eigentlich blind verstehen. Die verschiedenen Zugänge in diesen Kompositionen, verschiedene Zugänge zu Material Stimme und Perkussion, die wurden dann zusammengebunden durch Zwischenspiele, die Fritz Hauser konzipiert hat, und das wurde Musik im Raum für den Raum. Und das erste Stück war schon sehr eindrücklich – ein vielversprechender Anfang: Der Chor stellte sich in konzentrischen Ringen auf mit dem Rücken zueinander. Das gab so – die innersten standen auf einem Stuhl oben – das gab so eine Art Burg und jeder hielt Löffel oder Messer und Gabel in der Hand und sie kratzten, sie schraffierten quasi einen Klang in den Raum – als Grund für ihre Stimme. Das war schon sehr ein eindrückliches und klingendes Bild.»

Peter Hagmann (Blog)    | 5. September 2018

Wo das Lucerne Festival Energien holt

«Nach «Nunc habemus endivian» – guten Appetit – für grossen Chor a capella von Christian Henking, arbeiteten alle Komponistinnen und Komponisten mit unterschiedlichen Chören und Schlagzeug. Spannend war dabei die Begegnung zwischen den solistisch agierenden Basler Madrigalisten (Leitung Raphael Immoos) und dem Contrapunct Chor, einer aus engagierten Liebhabern gebildeten Gruppierung mit Abélia Nordmann an der Spitze. Während das famose Schlagzeug-Trio Klick mit Fritz Hauser, Lucas Niggli und Peter Conradin Zumthor das Publikum eintauchen liess in die Welt des kunstvoll geformten, raffiniert eingesetzten Geräuschs. Misslungen war einzig die Präsentation des Abends, denn wer von Lucas Niggli, Mike Svoboda, Leonardo Idrobo, Vera Kappeler, Katharina Rosenberger, Olivier Cuendet, Denis Schuler und Fritz Hauser womit genau an der Reihe war, liess sich der Lichtverhältnisse wegen nicht eruieren.»

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